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Fremdwährungskredit | Für den Privatkreditnehmer nicht unbedingt zu empfehlen

Kredit-Monitor.de am 17. April 2010 – 01:31Keine Kommentare

Bei einem Fremdwährungskredit stellt ein Gläubiger einem Schuldner Geld zur Verfügung, das nicht in der landeseigenen Währung ausgegeben wird. Was bei privaten Unternehmungen schon lange üblich ist, setzt sich nach und nach bei Privatkunden durch. Erst seit Anfang der neunziger Jahre befassen sich Privatleute in der Bundesrepublik Deutschland verstärkt mit dieser Form der Kreditaufnahme. Fremdwährungskredite bietet hohe Chancen und Risiken. Auf keinen Fall sollten sich Kunden vorschnell zu dieser Kreditform entschließen. Nur Personen, die sich seit längerer Zeit mit dem Wechselkursgeschehen befassen, sollten einen Fremdwährungskredit überhaupt in Erwägung ziehen.

Die Chancen liegen ganz klar in der Möglichkeit, dass sich die heimische Währung gegenüber der gewählten Währung aufwertet. Beispiel: Ein Kunde nimmt einen Kredit über 100.000 Euro in Japanischen Yen auf. Seit langem herrscht in Japan ein niedriges Zinsniveau. Möglicherweise bietet eine Bank einen Kredit in dieser Währung zu einem niedrigerem Zinssatz an, als das in Euro möglich wäre. Der Kreditnehmer würde also weniger Zinsen bezahlen. Gleichzeitig besteht die Chance, dass der Yen gegenüber dem Euro aufwertet. Steigt der Yen um 10%, hat der Kunde gleichzeitig und zumindest zeitweise 10% weniger Schulden. Der Kreditkunde hat im besten Fall ein doppeltes Geschäft gemacht.

Wo aber Chancen sind, sind auch Risiken. In Osteuropa ist es üblich, sich in Fremdwährungen wie dem Dollar oder dem Euro zu verschulden. Grund dafür sind die relativ hohen Zinsen, die diese Staaten für ihre Währungen bieten, um Anleger anzuziehen. Im Zuge der Finanzkrise sind diese Währungen gegenüber dem Euro stark gesunken. Zwar haben sich die meisten Währungen wieder erholt, einige haben jedoch noch längst nicht ihre alten Stände erreicht. Für die Kreditnehmer hat das bedeutet, dass ihre Kreditschuld, sowie die fälligen Zinsen, sich stark erhöht haben. Etliche Personen mussten sogar ganz ihre Zins- und Tilgungsraten einstellen.

Ein Fremdwährungskredit ist nicht kalkulierbar und für Privatpersonen aufgrund der hohen Risiken nicht zu empfehlen. Verschlechtert sich die Wirtschaftslage in einem Land, fällt oft die Währung. Gleichzeitig sinken meist auch die ausbezahlten Löhne, da die Firmen sparen müssen und ihre Mitarbeiter unter Druck setzen. Im schlechten Fall hat der Kreditnehmer also mit höheren Ausgaben für seinen Kredit zu rechnen und muss gleichzeitig mit weniger Gehalt auskommen. Außerdem werden in einigen Währungen die Zinsen für einen Kredit nicht wie in Deutschland üblich für die gesamte Laufzeit fest vereinbart, sondern sind variabel, können also während der Laufzeit steigen oder fallen.

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